Feed auf
Postings
Kommentare

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Möglichkeiten, wenn man sich selbst und die eigene Familie absichern möchte. Sollte man durch bestimmte Gründe den erlernten Beruf nicht mehr ausführen können, schützt die Berufsunfähigkeitsversicherung vor finanziellem Verlust. Damit man diese wichtige Vorsorgemöglichkeit nicht verliert, sollte man einige grundsätzliche Dinge beachten. Entscheidend ist es dabei vor allem, dass man bei Vertragsunterzeichnung einer Berufsunfähigkeitsversicherung dem Versicherer keine wesentlichen Dinge verschweigt. Insbesondere wenn falsche Angaben zum Gesundheitszustand gemacht werden, kann dies zum Verlust der Berufsunfähigkeitsversicherung führen.

Das Landgericht Coburg hat in einem aktuellen Urteil über die Frage einer möglichen Anfechtung der Berufsunfähigkeitsversicherung seitens des Versicherers entschieden. Dabei kam das Landgericht zu der Überzeugung, dass das Verschweigen von Krankheiten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung gegenüber dem Versicherer als arglistige Täuschung gewertet werden könne. Deshalb ist der Versicherer in diesen Fällen berechtigt die Berufsunfähigkeitsversicherung auch im Nachhinein anzufechten. Für Versicherte, die falsche oder unvollständige Angabe beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gemacht haben, kann dies weitreichende Konsequenzen haben. Im schlimmsten Fall kann dies zum Verlust des Versicherungsschutzes bei der Berufsunfähigkeitsversicherung führen.

Im konkreten Fall, über den das Landgericht entschied hatte ein Ehepaar eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Dabei beantwortete die Frau bei Eintritt in die Berufsunfähigkeitsversicherung die Fragen nach Vorerkrankungen mit nein. Wie sich später jedoch heraus stellte, war die Frau jedoch nachweislich wegen gesundheitlicher Probleme in Behandlung. Nur etwa einen Monat nach Versicherungsbeginn der Berufsunfähigkeitsversicherung hatte die Frau eine Kur zur Behandlung von jahrelangen Rückenschmerzen beantragt. Nachdem die Frau einige Jahre später wegen einer psychischen Erkrankung berufsunfähig wurde, kam es zu einer routinemäßigen Überprüfung des Versicherers.

Nachdem die verschwiegenen Vorerkrankungen dem Versicherer bekannt wurden, hat dieser den Versicherungsvertrag angefechtet und Klage beim Landgericht eingereicht. Der Versicherer beruft sich darauf, dass die Versicherte es unterlassen habe auf Vorerkrankungen hinzuweisen. Wenn dem Versicherer die Vorerkrankungen bekannt gewesen wären, hätte dieser den Antrag auf die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht angenommen. Das Landgericht musste nun entscheiden, ob bei verschwiegenen Krankheiten eine Anfechtung der Berufsunfähigkeitsversicherung möglich ist. Die Klägerin hat berechtigte Ansprüche auf Anfechtung, wie das Landgericht nun entschieden hat. Die Versicherte hat die Klägerin vorsätzlich getäuscht und somit keine Ansprüche mehr auf Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. Versicherte sollten aufgrund dieses Urteils gegebenenfalls prüfen, ob bei Versicherungsbeginn alle Angaben zum eigenen Gesundheitszustand gewissenhaft gemacht wurden.

Keine Kommentare möglich.